Urban Farming in Detroit: Gemüse statt Autos - Die Arte Reportage

Urban Farming in Detroit: Gemüse statt Autos – Die Arte Reportage

Detroit war vor der amerikanischen Wirtschaftskrise die Boomtown. Heute ist die Stadt pleite. Wie es dort aussieht? Etwa 85 % der Häuser in Detroit stehen leer, alte Industriezonen sind im katastrophalen Zustand, riesige Flächen bleiben ungenutzt. Zehntausende haben keinen Job mehr – die Armut machte sich breit!

Vor den Suppenküchen wurden die Schlangen immer länger. Viele Geschäfte und Supermärkte sind weggezogen oder wurden geschlossen. Die Lebensmittelversorgung beschränkte sich auf Fertigprodukte. Frisches Obst und Gemüse gabt es kaum. Um ihre eigenen frischen Nahrungsmittel auf dem Teller zu haben, begannen einige Detroiter damit, auf den aufgegebenen Flächen Gemüse und Obst anzubauen – teils privat, teils gemeinschaftlich organisiert. Innerhalb weniger Jahre machte dieses Beispiel Schule. Heute gibt es in Detroit ein großes Netzwerk von mehr als 1.000 sogenannten Urban Farms. Diese tragen dazu bei, dass die Stadt autonomer wird. Bereits 15 % des Gemüses und Obstes der Stadt kommen von den neuen Felder der Urban Farmer. Einer dieser sogenannten Urban Farmer ist Greg Willer, der als „Brother Nature“ stadtbekannt ist. Er kämpft für eine stärkere Unabhängigkeit vom Industrie-Essen. Der Erfolg der Detroiter Stadtbauern hat auch das profitorientierte Interesse der Investoren geweckt. So möchte der Finanzmanager John Hantz etwa 30 Millionen Dollar in die Gründung eines konventionellen High Tech Urban Farming Betriebes investieren. Auch prüfen große Agrarunternehmen, ob sie Land in der Stadt nutzen wollen. Die Folge: Die Grundstückspreise sind wieder gestiegen. Das besorgt viele der Stadtfarmen. Findet das Urban Farming Experiment Acker- statt Autobau ein Ende, bevor es der Pleitestadt auf die Beine helfen konnte? Es wäre schade. Nicht nur für Detroit.

Die Reportage zeigt, wie Urban Farming zum Selbsthilfe Netzwerk wird, das viele unterschiedliche Menschen in Communities vereinen kann. Das macht Hoffnung und liefert viele gute Ideen für die eigene Selbstversorgung.

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