Vom Gärtnern in der Stadt: Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt - Buchtipp

Vom Gärtnern in der Stadt: Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt – Buchtipp

Im Grünen wohnen – und trotzdem mitten in der Stadt leben. Wie geht das? Die Antwort darauf heißt Urban Gardening. Auf Deutsch bedeutet das soviel wie städtisches Gärtnern und steht für das wild wuchernden Treiben vom Guerilla Gardening bis zu Urban Farming.

Wie sich die Vision „Grün statt Grau“ sinnvoll umsetzten lässt, zeigt der Autor Martin Rasper in seinem Buch „Vom Gärtnern in der Stadt„.

Entstanden aus der Sehnsucht nach dem grünen Wohnen in der Stadt bildeten sich überall in Deutschland zahlreiche Gartengemeinschaften und Initiativen, die der Journalist Martin Rasper in vielen anschaulichen Geschichten im Buch vorstellt. Besonders faszinierend fand ich den Bericht über die essbare Stadt Andernach. Dort pflanzt man auf den Grünflächen, statt Blumenrabatten, Gemüse und Obst an, welches die Bewohner frei ernten können. Auch die Berliner Stadtgärtner, die das Feld vom stillgelegten Flughafen Tempelhof bestellen, zeigen eindrucksvoll wie man trotz Bodenbelastung kreativ gärtnern kann. Weil niemand genau weiß, wie stark die Böden durch den ehemaligen Flugbetrieb kontaminiert sind, hat die Berliner Gartengemeinschaft einen Hochbeet Garten aus alten Gemüsekästen und Sperrmüll angelegt. Jetzt wachsen dort Wildkräuter und Kartoffeln neben Schnittblumen und Beerensträuchern.

Im Buch erklärt der Autor nicht nur die vielen Facetten vom Urban Gardening mit seinen Hintergründen, Motiven und Gartenprojekten. Er regt auch dazu an, die Stadt als ein Ökosystem zu betrachten. Angesichts schwindender Ressourcen und Versorgungsengpässen gewinnt das Grün auf dem Balkon oder im Gemeinschaftsgarten eine ganz neue Bedeutung. Der Garten gibt Sicherheit. Denn in Zeiten von Krisen, Lebensmittelskandalen und der Massenproduktion stellt die Selbstversorgung durch das Gärtnern eine Art Gegenbewegung dar. Es ist eine tolle Vision, die der Journalist Rasper in seinem Buch beschreibt: Aus der Stadt wird ein Feld und jeder darf ernten.

Beim Lesen des Buches bekommt man jedenfalls große Lust mitzugärtern. Doch bevor ihr überstürzt zum Spaten greift, gibt „Vom Gärtnern in der Stadt“ euch wertvolle Tipps zur erfolgreichen Umsetzung:  Von der Anlage von Hochbeeten über die Beantwortung der Frage, ob man dem Stadtboden trauen kann bis hin zu Erklärungen wie man Bienen hält und Saatgut gewinnt.

Also in diesem Sinne: An die Beete, fertig, los! Denn wer mit der Natur arbeitet, kommt ihr bekanntlich am nächsten.

Besprochen von urban-gardening.berlin

Martin Rasper: Vom Gärtnern in der Stadt
Die neue Landlust zwischen Beton und Asphalt
oekom Verlag, 2012
208 Seiten, 19,95 Euro

 

 

 

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